Heimkino Systeme

Beamer und Videoprojektion: Größer gehts zu Hause nicht


Für alle Neandertaler, die das Wort "Beamer" oder Videoprojektor das erste mal hören: Das sind visuelle Ausgabegeräte, die man an Videorekorder, DVD Player, PCs und jede Menge andere Geräte anschließen kann, um Filme, Bilder oder Spiele an eine Leinwand werfen zu können. So ähnlich wie ein Dia-Projektor, nur für bewegte Bilder, ganz wie im Kino eben. Damit wäre ein Beamer wohl das Herzstück für jedes Heimkino, da sich mit diesem Gerät und einer angemessen großen Projektionsfläche der beste Kinoeindruck vermitteln lässt.

Als Projektionsfläche muss nicht unbedingt eine Leinwand her, manchmal tut es auch schon eine nicht spiegelnde, weiße Wand von ausreichender Größe. Ansonsten kann ein Stativ mit einer Leinwand aufgestellt werden. Besonders stylisch sind natürlich automatisch ausfahrbare Leinwände, welche bei Nichtgebrauch wie hochgezogene Fensterrollos in einem Kasten versteckt sind. Was die Beamer anbelangt gab es lange Zeit Bedenken ob der Haltbarkeit der verwendeten Leuchtmittel. Doch auch hier ist die Technik voran geschritten, so dass man heutzutage mit einer sehr langen Lebensdauer der recht teuren Lampen rechnen darf. Natürlich hängt die Langlebigkeit der Birne auch individuell mit der Häufigkeit der Verwendung zusammen: Wer allerdings nur jedes Wochenende mit seinen Freunden mal einen Film schaut, dürfte recht lange was von seiner Lampe haben.

Was sollte man beim Kauf eines Beamers beachten? Videoprojektoren lassen sich vor allem hinsichtlich des verwendeten Projektions-Verfahrens unterscheiden:

Röhrenprojektoren

Die ersten weit verbreiteten Projektoren verwendeten Kathodenstrahlröhren zur Darstellung des Bildes. Diese Röhren wurden mit einer sehr großen Helligkeit gebaut, um genügend Licht für Projektionen zu liefern. Besonders die Rückprojektionsfernsehgeräte arbeiten mit diesen Geräten. Die Röhrenprojektoren können sehr variable Auflösungen ohne Verzögerungszeit darstellen und das mit einem extrem hohen Kotrast und genialem Schwarzwert. Außerdem benötigt man keine Lampe, da die Röhren selbst das Licht erzeugen. Die Röhren haben eine Lebensdauer von ca. 10000 Stunden! Leider sind diese Projektoren auf Grund der Röhren jedoch sehr schwer und auch immer noch ziemlich teuer.

LCD-Projektoren

Projektoren auf der Basis von Flüssigkristallen funktionieren prinzipiell wie Diaprojektoren, nur dass sie anstelle eines Dias kleine, transparente Flüssigkristallelemente haben. Hier sollte man darauf achten, dass das Gerät für jede Grundfarbe über ein eigenes LCD-Element verfügt. Billigere Geräte mit nur einem Element liefern ein gröberes Bild. Die kleinen und leichten Geräte sind relativ Preiswert und liefern scharfe Bilder, wobei die sehr scharfkantige Pixelstruktur im Bild von einigen Menschen als störend wahrgenommen wird. Hier sollte man im Geschäft vielleicht mal Probeschauen. Nachteil ist auch die Geräuschentwicklung durch die Lüfter, so dass man den Projektor am besten im Nebenraum platziert. Außerdem kann man sich darauf einrichten, dass nach ca. 1000 Stunden Betriebsdauer die LCD-Elemente ausgeblichen sind und das Bild weniger farbig wirkt.

DLP-Projektoren

Hier kommt ein sogenanntes Digital Micromirror Device (DMD) zum Einsatz, auf welchem sich für jeden einzelnen Bildpunkt ein winziger, kippbarer Spiegel befindet, welcher für die Bilderzeugung einzeln angesteuert wird. Dieses Verfahren ist sehr schnell und verhindert jegliches Nachleuchten oder Ziehen des Bildes. Es gibt auch keine eingebrannten Logos von Fernsehsendungen oder Ähnliches. Die Pixelstruktur ist weniger scharf und optisch wahrnehmbar als bei LCD Beamern und der Schwarzwert und Kontraste sind besser. Je nach Hersteller kann es jedoch durch verwendete, rotierende Farbbänder zu Flimmern oder Regenbogeneffekten der Farben kommen. Außerdem gibt es auch hier durch Lüfter und drehendes Farbrad eine Geräuschentwicklung.

LED-Projektoren

Diese Projektoren funktionieren genau wie die DLPs, nur dass LEDs (Light Emitting Diodes) als Lichtquelle zum Einsatz kommen. Die Lampen dieser Projektoren werden weniger heiß und halten deshalb über 20000 Stunden. Da es kein Farbrad mehr gibt und die LED-Projektoren recht klein sind und nur wenig gekühlt werden müssen, gibt es kaum störende Geräusche. Perfekt für Leute die den Projektor direkt im Heimkino platzieren möchten. Durch den geringen Energiebedarf kann der Beamer sogar mit einem Akku betrieben werden. Leider scheiden die Projektoren zum jetzigen Stand der Entwicklung als Beamer für Heimkinos aus, weil sie nur eine Auflösung von 800×600 Bildpunkten hinbekommen und die Leuchtmittel im Verlauf der 20000 Stunden stetig dunkler werden. Schade, aber es sind bereits Geräte mit höherer Auflösung angekündigt.

LCoS-Projektoren

LCoS-Technik (Liquid Crystal on Silicon) ist ganz neu auf dem Markt und stellt eine Symbiose aus LCD und DLP dar: Flüssigkristallelemente werden indirekt mit Spiegeln durchleuchtet, wodurch sich der pixelige "Fliegengittereffekt" deutlich reduziert. Die kompakten und handlichen Geräte liefern sehr scharfe Bilder, leiden jedoch noch unter leichtem Nachziehen des Bildes und abnehmender Bildqualität bei längerer Betriebsdauer.

Laser-Projektoren

Leider auch nicht in Frage fürs Heimkino kommen die bislang nur für den professionellen Markt entwickelten Techniken der Laser-Display-Technologie (LDT) und die Grating-Light-Valve-Technologie (GLV). Solche Projektionssysteme sind im Einsatz für Flugsimulatoren und in Planetarien. Sie ermöglichen nahezu beliebig geformte Projektionsflächen und haben geniale Bilder mit sehr hohem Kontrast. Die Lichtstärke ist jedoch begrenzt und der Laser sollte nicht die Netzhaut treffen. Da Projektoren jedoch meist unter der Decke oder dem Nebenraum des Heimkinos aufgestellt sind, ist diese Gefahr zu vernachlässigen.